Seltsam das ist gar nicht Kalles Art, denn in der Küche hat sich heute noch nichts weiter getan, Sicher muss Kalle erst in der Wohnung alles putzen und zurechtrücken. Nur der Weihnachtsbaum steht in der gleichen Ecke wie im vergangenen Jahr. Oder spürt er auch das die Katze Finja ihn hört und auflauert? Die Kinder sind glücklich das Kalle da ist, auch wenn sie heute nichts weiter von ihm gehört oder gesehen haben.
Aron ging frohgelaunt in den Kindergarten und erzählte mit freudigem Herzen das Kalle endlich wieder da ist, dass er Spuren in der Küche entdeckt hat die von Kalle stammen.
Nach mehreren Bitten der Kinder und Erzieherin Frau Radke berichtete Aron was er mit Kalle erlebt hat.
„Kalle sucht sich Familien mit Kinder aus und kam im letzten Jahr das erste Mal zu uns und er darf nie gestört werden, sonst zieht er einfach weiter. Er zog mit einem kleinen Koffer bei uns ein, auf dem der Name Kalle stand, daher wissen wir das unser Wichtel den Namen Kalle trägt. Kalle hatte eine rote Tür an der Wand, die wir nie öffnen durften, sonst wäre er einfach weitergezogen. Sogar mein kleiner Bruder Ravi hat auf Mama gehört.“ Berichtete Aron ganz stolz und erzählte weiter.
„Wir haben eine Flaschenpost von ihm erhalten und im Sommer war er kurz bei uns und brachte mir eine Federtasche.“Aron unterbrach plötzlich das Gespräch und rannte aus dem Zimmer ohne ein weiteres Wort
Die Kinder schauten Sprachlos auf die Erzieherin als wollten sie Fragen „Was ist mit Aron los?“
Die Erzieherin Frau Radke beruhigte erst einmal die Kinder und war gerade am Aufstehen, um nach Aron zu schauen. In jenem Augenblick kam Aron auch wieder aus dem Umkleideraum in den Gruppenraum zurück. In der linken Hand hielt er die Federtasche, welche er noch im Gehen versuchte mit der rechten Hand zu öffnen. Aron war so aufgeregt das es ihm irgendwie gerade nicht gelingen wollte. Frau Radke fragte Aron ob sie ihn behilflich sein könne. Er reichte seiner Erzieherin die Federtasche und sie öffnete den Reißverschluss und gab sie Aron wieder zurück. Er breitete sie ausund legte sie auf den Tisch. „Schaut dieser Brief ist von Kalle“, dabei glänzen seine Augen voller Stolz und Freud zugleich. „Möchtest du, das ich den Brief den anderen Kindern vorlese?“ forschte die Erzieherin nach. „Ja gerne“, antwortete Aron und schob die Federtasche der Erzieherin entgegen. Diese zeigte allen Kindern den Brief, der in der Federtasche hinter einer Klarsicht steckte und begann ihn vorzulesen.
Mein liebster Aron,
Es hat mich gestern Abend fast aus dem Schlafstuhl gerissen als ich deine Nachricht durchs Wolkentelefon hier am Nordpol gehört habe. Ich habe natürlich gleich eine Pause gemacht. Langsam geht hier der Weichnachtstrubel los und wir Wichtel helfen in der Weihnachtsmann Werkstatt alles flottzumachen.
Naja, wie auch immer. Ich habe jedenfalls gehört, dass du nun ein waschechter Vorschüler bist und gar keine Federtasche mit bunten Stiften besitzt. Die brauchst du doch aber vor Weihnachten schon, damit du fleißig üben kannst. Daher habe ich mit dem Weihnachtsmann gesprochen und du bekommst eine Nigelnagelneue Federtasche mit den besten Stiften sofort, damit dir das Lernen Ganz viel Spaß macht. Ich hoffe du freust dich darüber lieber Aron?
Ganz liebe Grüße aus dem Nordpol
Dein Kalle
Alle Kinder klebten ihrer Erzieherin förmlich an den Lippen. Levi der kleinere Bruder von Bela welcher schon die erste Klasse besuchte wurde nachdenklich. Aron bemerkte es, jedoch schwieg er und genoss es, so viel auf einmal berichten zu können. Aron war kein Kind, das sich in den Vordergrund, rückt er, war bescheiden und mit wenig zufrieden. Er fand immer etwas mit dem er sich beschäftigen konnte.
An diesem Kindergartentag fühlte sich Aron besonders gut. Man könnte glauben er führt etwas im Schilde, ob dem wohl so ist, erfahrt ihr im nächsten Türchen.
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