Aron brauchte nicht lange um kerzengerade vor seinem Bett zu stehen. Er hatte nur eines im Sinn und weckte beim Aufstehen seinen kleinen Bruder Ravi gleich mit. Er dachte am Wichtel. „Was macht er in der Küche? Geht es ihm gut, hat er gegessen?" Schnurstracks ging´s in die Küche und siehe da, derWichtel hatte von der Milch getrunken und auch etwas gegessen.
„Wie süß“, Aron stand lächelnd da, und zeigte in Richtung der kleinen roten Tür. „Oh ja, wirklich“, bestätigte ihm seine Mama Bella. Die Kinder erforschten alle Veränderungen sehr aufmerksam. „Was ist das?", fragte Aron seine Mama Bella, und zeigte auf ein kleines gelbes Kästchen dicht neben der roten Tür. „Das ist ein Briefkasten“, erklärte Mama Bella ihrem wissbegierigen Sohn. „Wieso denn?“, „da kann er Briefe rausholen“, beruhigte ihn die Mama. „Und was ist das hier?“ Aron hielt ein kleines braunes Päckchen in der Hand, welches sogar klapperte. Mama Bella, „das ist ein kleiner Koffer. Schau da steht sogar ein Name drauf. “ „Was denn?“ „Kalle, - der Wichtel heißt bestimmt Kalle“ Indem Mama Bella den Koffer öffnen wollte, hat Aron schon Weiteres entdeckt. „Was ist das denn?“, forschte er aufmerksam weiter. „Sieht aus wie eine kleine Flaschenpost“ antwortete ihm seine Mama Bella. „Na hole mal raus“, bat sie ihn „Kalle hat einen Brief geschrieben.“ Während Aron ihn aufwickelte staunte Mama Bella nicht schlecht „ Wow, so viel hat er geschrieben?“ Aron meint, „ na ja, er ist doch ein Wichtel“, beruhigte er seine Mama. „Soll ich dir das vorlesen?“ „Ach ja, bitte“ kam in einem liebevollen Ton von ihm. Ein fürsorgliches, „na, dann sperre mal Deine Ohren gut auf!“, fügte sich von Mama Bella dazu, die sogleich begann ihm vorzulesen.
Lieber Aron, lieber Ravi! Ich möchte mich einmal höflichst bei euch vorstellen ich bin Kalle und komme vom Nordpol. Ich bin euer Weihnachtswichtel, beschütze euch und trage dafür Sorge dass eure Wünsche beim Weihnachtsmann gut ankommen. Mir hat es bei euch so gut gefallen dass ich gerne bis Weihnachten bei euch wohnen möchte.
Aron unterbrach seine Mama Bella ganz besorgt, „und dann?“ Mama liest erst einmal ungestört weiter vor.
„Aber das geht nur unter einer Bedingung. ihr dürft mich nicht sehen, sonst werde ich meine Zauberkraft verlieren. Also versucht mich nicht zu erwischen, wenn ich mich mal nicht unsichtbar gemacht habe. Meine Wohnung in der Wand kann ich nämlich nur mit meiner Zauberkraft betreten."
„Es grüßt herzlichst euer Kalle.*
„Und ein Stern“ bemerkte Aron gleich und hielt stolz den kleinen Brief vom Wichtel Kalle in seinen kleinen Händen. Vorsichtig rollte Aron den Brief wieder zusammen, um sich weiter auf Entdeckungsspur zu begeben. „Können wir den Koffer aufmachen?“ „Guckt mal, Aron und Ravi, im Koffer hat der Kalle kleine Schuhe, er will hier einziehen. Stellen wir ihn schnell wieder hin“ „Guck mal, er hat den Kuchen gegessen“, zeigt eine zarte kleine Hand. Lächelnd antwortete Mama Bella, „er hat sogar dabei gekrümelt.“ „Schau mal er hat einen Baum“, Aron hob den kleinen Tannenbaum kurz an, und stellte ihn gleich vorsichtig wieder ab. „Und wie kommt der Briefkasten da hin?“, wollte Aron noch wissen. „Den hat er wahrscheinlich in der Nacht dort angebracht, weil er es gestern nicht mehr geschafft hat“, erklärte ihm Mama Bella.
Die Kinder saßen noch ein klein Weilchen vor Kalles Wohnung. Der Brief wurde sofort in Beschlag genommen, und ging mit in den Kindergarten. So etwas hat man ja nicht alle Tage.
Ihr könnt mir glauben, das war vielleicht ein aufregender Tagesbeginn. Auch Kalle hatte alles beobachtet und freute sich so herzlichst aufgenommen zu sein.
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