Vater ach Vater, siehst du mich? Vater ach Vater hier stehe ich.
Mutter ist Mutter, ist nicht der Vater. Ich brauche den Freund, Kameraden, Berater. Du hast mich verlassen vor mehr als ein Jahr. Du gingst als ein Knab, ein kleiner ich war. Oft stand ich weinend vor eurer Tür, Ihr habt gezankt, gestritten, wofür? Ich sollte nicht hören den ewigen Streit, Ich tat dir Vater immer so leid.
Ich hörte genau den ewigen Krach, ich lag im Bette stundenlang wach. Ich konnte nicht wissen, warum es so war. Du führtest die Hand so sacht durch mein Haar.
Du hast mich geküsst, gestreichelt, geherzt. Mit mir gesungen, gespielt und gescherzt. Du hast an meinem Bettchen gesessen, Geschichten erzählt, die Zeit ganz vergessen. Du hast mich gewaschen, gewickelt, getragen, Du gabst mir Antwort auf meine Fragen. Über Nacht musstest du fort, irgendwohin an einen anderen Ort.
Ich blieb zurück mit der Mutter allein, sag Vater, musste das sein? Ich bin doch, so sagt ihr, in Liebe geboren. Warum hab ich so jung schon den Vater verloren?
Was immer zwischen Erwachsenen ist, ich bin das Kind, das den Vater vermisst. Warum könnt ihr euch für mich nicht entscheiden? Warum muss ich unschuldig so fürchterlich leiden.
Ihr habt mich jetzt schon kaputt gemacht, und darüber bestimmt nicht nachgedacht. Trotzdem schlägt mein Herz für beide so sehr. Ich will die Mutter und den Vater, nichts mehr.
Alles was ich mir wünsche, hoffend erträume, sind und bleiben auf Dauer nur Schäume. Ich möchte erzogen werden zum Manne im Leben, ihr sollt auch mir die Chance geben.
Vater, hart ist das Leben, hast du gesagt, Ich habe nicht nach den Gründen gefragt. So trocknen meine Tränen nicht, wie sehr ich leide, siehst du nicht.
Vater ach Vater, komm doch zurück. Mein lieber Vater, ich brauch dich zum Glück.
Das Gedicht von Winfried „Papa war der Beste!“ hat mich sehr beeindruckt. Dabei musste ich an die Kinder denken, die in jungen Jahren ihren geliebten Vater verloren haben, durch die Trennung der Eltern. Nicht der Tod des Vaters ist gemeint. Kleine Kinder, die am Anfang ihres Lebens eine starke Beziehung zu ihrem Vater haben, werden plötzlich in einen Strudel der Hilfslosigkeit gezogen. Sorgerecht, Besuchsregel, Streit, Hass und Wut. Ich habe in den achtziger Jahren darüber ein Gedicht geschrieben. Ich stelle es hier einmal ein.
Gerade habe ich gesehen, das ich es schon ein mal gepostet hatte
Ja lieber Bernd, so ergeht es den Kindern, die ihren Vater durch Scheidung "verlieren"... die Kinder sind immer die Leidtragenden, wenn Eltern sich trennen.
Wie du so schön geschrieben hast, Kinder lieben beide Eltern gleich, ihre kleine Welt wird total auf den Kopf gestellt in einer solchen Situation. Wenn es dann noch Streitigkeiten um die Kinder gibt, dann wird es besonders schlimm. Scheidungskinder leiden alle!
Zitat von bernd im Beitrag #1Das Gedicht von Winfried „Papa war der Beste!“ hat mich sehr beeindruckt.
Deins hat mich auch sehr beeindruckt... Neulich dachte ich wieder mal an ihn und musste diese Gedanken endlich mal nieder schreiben. Er war einer von den Guten ! Leider war ich auch mal Vater eines Scheidungskindes. Mein Papa hat mich aber gottseidank dazu erzogen immer für ihn da zu sein und das war ich auch. Jetzt ist er 22 und hats verarbeitet. Sein geliebter Opa hat dazu einen großen Beitrag geleistet !
Zitat von bernd im Beitrag #1Gerade habe ich gesehen, das ich es schon ein mal gepostet hatte
Hallo Bernd,
ich war so frei und habe das alte Thema gelöscht, nicht dass unsere Datenbank durcheinander kommt. Wenn Dir das nächste Mal, so etwas passiert, musst Du den Link zu alten Thema legen. Heisst, wenn man etwas hervorholen will, einfach dort einen Hinweis machen.
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