Hier präsentiere ich Euch die Perlen der Woche vom Monat Oktober 2021, welche von Euch ausgesucht wurden. Daraus möchte ich nun das Werk des Monats erküren, wie immer ohne Erwähnung des Namens. Bitte seht Euch die Werke an und wählt das für Euch Schönste aus, es ist nur 1 Antwort möglich, Gäste können sich nicht beteiligen.
Bis zum 31. Oktober 2021 habt Ihr Zeit, Eure Wahl vorzunehmen, bis dahin sollten wir einen eindeutigen Sieger ermittelt haben, auch der Admin darf mitwählen.
1. Wunden
Es wird der Mensch gar oft geschunden, trägt Herzens- und auch Seelenwunden, so mancher hat im Kern versteckt, Wunden, die allein er leckt.
In des Lebens frohen Stunden, scheinen stets sie überwunden, jedoch im Schutz der Dunkelheit, überholen sie geschwind die Zeit, legen sich auf Herz und Seele nieder, machen müd’ dir alle Glieder, rauben dir die Lebenslust, ertränken Freude tief in Frust.
Herzenswunden heilen schwer, die Narben brennen gar zu sehr, Seelenwunden sind noch schlimmer, sie begleiten dich für immer.
2. Regenbogen
Wenn am Himmel Farben strahlen, Bögen bunte Streifen malen, ist mein Sinn hinauf gelenkt, irgendjemand an mich denkt.
Als Grenze zur Unendlichkeit spannt Violett den Bogen weit. Es ist die Pforte, die verbindet, wo Mysterium hin zum Leben findet.
Es bringt uns über diese Brücken Impulse in ganz zarten Stücken. Mit Ruhe und besonnenem Sinn führt Indigo zum Blauen hin.
Im klaren Blau liegt das Vertrauen, auf das Verlässlichkeit kann bauen. Zusammen bringt es Sicherheit, so strahlt's vom Himmel alle Zeit.
Darauf baut die Natur in Grün und läßt das Wachstum voll erblühn. Mit Ruhe und mit Offenheit ist sie für Harmonie bereit.
Das Gelb, der Sonne nachgemalt, heiter Optimismus strahlt. Mit seiner Energie und Kraft leuchtend Lebensfreude schafft.
Im Orange, da kann man sehen, wie neues Leben wird entstehen. Wo Gelb sich hin zum Roten findet, wo Lebenskraft mit Lieb' sich bindet.
Die Liebe will in Rot sich zeigen, sie steht weit oben in dem Reigen. Man muss es sehen mit Bedacht, sie hat Gefahr auch mitgebracht.
Wenn am Himmel Farben strahlen, Bögen bunt das Leben malen, möcht‘ als Zeichen ich’s verstehen, die Aspekte leuchten sehen.
3. Erinnerung
Das Arbeitsleben ist vorbei du hast es überwunden. Doch deinen Frieden, deine Ruhe, hast du noch nicht gefunden.
Deinen Namen, hast du in der Halle, auf den Stahlträger geschrieben. Er steht noch dort, weist auf dich hin, doch mehr ist nicht geblieben.
Du gabst dein Bestes, und hast stets, deine Arbeit hoch bemessen. Was hats gebracht? Schwäche und Rheuma, doch du bist längst vergessen!
Darum streiche sie, die schweren Jahre, ganz schnell aus den Gedanken. Du hast geackert, und geschwitzt, bis deine Knie einsanken.
Du warst ein Schräubchen im Getriebe, Nummeriert und angeglichen. Und als du nicht mehr funktioniert, wurdest du gestrichen!
Nimm es hin, so wie es ist, die Gefühle werden wanken. Doch für die Rente, die es gibt, musst du niemand Danken.
Dein Andenken, es ist vergessen, auch, wenn man anderes schreibt. Doch du bist frei, drum sie nicht traurig, denn nichts ist da, das bleibt!
4. Wie Philemon und Baucis
Mein Leben kann ich schön verbringen mit meiner Frau vor allen Dingen, gemeinsam meistern wir den Tag, mal im Glücke, mal in Plag.
Bald kommen Tage, man bedenkt, den Blick schon mal auf's Ende lenkt. Ach, wenn das Ende doch so wär, wie bei Philemon ungefähr.
Mit Baucis lebte er bescheiden, bis besuchten mal die beiden Götter, die auf Wanderschaft, ihr Lohn war groß für Gastfreundschaft.
Sie baten Zeus und Hermes dann, wenn sie mal sterben irgendwann, und einst von dieser Erde scheiden, dass sie den Weg gemeinsam schreiten.
Und als die Zeit gekommen war, wurd gleich die Gnade offenbar, sie schieden ab, es kam die Stunde, zur gleichen Zeit, so ist die Kunde.
Zur Eiche wurd Philemon dann, als Linde wuchs Baucis heran, die Zweige haben sich gefunden und Beide innig fest verbunden.
So gab es keine dunklen Mauern, musst' keiner um den Anderen trauern.
Mein Wunsch ist groß und doch so klein, es müssen keine Bäume sein, doch möchte ich, wenn wir mal gehen, gemeinsam dann den Himmel sehen.
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