Einmal, alle sieben Tage, bin ich bei ihm zu Haus. Er stellt mir dann die Frage „Wie seh ich heute aus?“
„Gut siehst du diesmal aus, viel besser als zuletzt.“ Ich quetsche diese Worte raus und fühl mich dabei schlecht.
Eingefallen ist sein fad Gesicht, die Augen groß, die Wangen hängen runter, das nahe Ende akzeptiert er nicht, er hofft ganz fest noch auf ein Wunder.
Täglich mehr verlässt ihn seine Kraft, letzte Woche konnte er noch gehen. Zum WC hat er es heute nicht geschafft werde ich ihn nächste Woche wohl noch sehen?
Deine Worte, treffend beobachtet und erzählt, wenn man in Altenheimen oder Hospizes arbeiten kann, erlebt man die Traurigkeit des nahenden Todes, man muss seine eigene Hilflosigkeit erkennen und ist selbst verzweifelt darüber.
Ich zolle Dir hohen Respekt für Deine Arbeit am Menschen. Durch meine Lesungen im Altenheim, sehe ich die Vorstufen von der, durch Deinen Text beschriebene Situation. Dabei bewundere ich die Leiterin der Gruppe, die mit viel Liebe den alten Menschen begegnet. Wohlbemerkt echte Zuneigung, keine gespielte. Es ist großartig, dass es Menschen wie Dich gibt, Danke.
Ich ziehe meinen Hut vor dir, daß du diesen Schritt, nach all deinen Arbeitsjahren, jetzt noch gewagt hast. Ich würde es mir nicht zutrauen. Dein Gedicht drückt es sehr gut aus, daß es nicht nur körperlich, sondern auch emotional ein großer Kraftaufwand ist, in diesem Bereich tätig zu sein. Menschen, wie dir, kann unsere Gesellschaft gar nicht dankbar genug sein
Da es sich eher privat liest als beruflich, ist dieses Gedicht ein Denkmal, lieber Heinz.
Die meisten Menschen können mit Krankheit nicht gut umgehen und bleiben Kranken lieber fern. Oft fehlt es nicht an Empathie, aber es ist schwer, denn es ist ein Sichbefassenmüssen mit Tod und Endlichkeit. Dazu gehört viel Kraft. Respekt für dein Tun, deine Berufswahl und dein Gedicht
Für Deine Tätigkeit und dieses Gedicht auch von mir große Hochachtung, lieber Heinz.
Wenn ich auch gerne mit Worten spiele, so suche ich in solchen Fällen oftmals mich ausdrücken zu können. Ich hoffe, Du bleibst gesund und kannst in den positiven Erlebnissen den guten Ausgleich finden.
Beeindruckend geschrieben, Du beschreibst es feinfühlig mit Herz. Sagst das, was er hören will, damit er gut den Tag übersteht, schenkst Du ihm Hoffnung. Sicher weiß er das es zu Ende geht doch wer spricht schon gern darüber. Ich habe als Zweitberuf Krankenpflegerin erlernt, fühlte mich berufen dafür. Der Krebs meines Mannes veränderte auch mich und so gab ich diesen Beruf lieber auf. Mit Menschen im Gespräch zu bleiben ist, das wertvollste, was ihnen widerfährt, Sie sind so dankbar.
Danke euch allen für euer Feedback. Tatsächlich habe ich in den ersten Wochen meiner neuen Tätigkeit viele liebe Menschen kennen gelernt. Scheinbar habe ich einen Draht zu anderen Menschen, denn alle haben mich schnell akzeptiert und vertrauen mir, mir gefällt diese Arbeit. Doch man hat mir auch diesen Herrn zu geteilt, der anfangs sehr zurückhaltend und fast ablehnend mir gegenüber war. Ich akzeptiere seine kantige Art, in dem Wissen um seinen Zustand. Doch jetzt wo ich ihn besser kenne, ihn wasche und kleide, verfolgt mich sein Schicksal bis in die Nächte. Es ist so schwer ihm etwas Freude zu geben, wenn man eigentlich schwermütig ist. Ich bin ab sofort 2 x in der Woche, für je zwei Stunden bei ihm und hoffe, dass ich der richtige bin, seine schwere Zeit etwas erträglicher zu machen.
Nur leider habe ich momentan überhaupt keine Muße für Poesie und bin darum seltener hier bei euch.
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