„Guten Morgen Mama“, meldete sich Aron, als er schon an Mamas Bett stand und an ihrer Bettdecke zog. Sie schien noch fest zu schlafen. „Komm mit, wach auf!“, rief Aron und zog etwas kräftiger an Mamas Bettdecke, sodass es leicht kühl auf ihrer Haut wurde. Nach mehreren Versuchen, als sie ihre Augen öffnete, meinte Aron, „Na endlich, komm schnell mit, Kalle hat es sich gemütlich gemacht.“ „Woher weißt du das denn?“, fragte Mama Bella. Aron wurde still, wusste er doch genau, dass er, seitdem Kalle hier wohnte, nicht allein am frühen Morgen, in die Küche durfte. Doch es war der kleine Lichtschein, der seine Interesse weckte und ihn förmlich hineinzog. Mama erhob sich aus dem Bett und folgte ihrem großen Sohn in die Küche.
Er war ihr vorausgegangen und zeigte auf den kleinen Tannenbaum, der mit einer Lichterkette umschlungen war und dem Raum sein zartes Licht schenkte. Zwischen Kalles kleiner Tür und dem Tannenbaum hatte sich über Nacht eine Bank platziert. „Schau mal, sogar mit einer kleinen Decke, damit er nicht friert“, versuchte Aron sich wieder ins rechte Licht zu rücken. „Siehst du Aron, Weihnachten rückt immer näher, die Lichter in den Vorgärten gehen an. Das hast du doch schon gesehen, wenn du in den Kindergarten gehst?" Aron nickte bestätigend mit seinem Kopf und schaute auf Mama, die sich das Lachen nicht verkneifen konnte. Ravi war in der Zwischenzeit auch erwacht und stolperte mehr, als er lief. Er war noch ein wenig schlaftrunken. Mama Bella konnte ihn gerade noch halten, als er am Fallen war, sonst wäre schon am Morgen ein großes Drama ausgebrochen und Kalles neue Bank dem Sturz zum Opfer gefallen, Glück gehabt. Glück hatte ebenfalls Aron beim Tisch decken an diesem Morgen. Als ihm ein Teller aus der Hand rutschte, und er ihn gerade noch halten konnte, eilte ihm Papa Silas zu Hilfe und fing ihn auf.
Den Nachmittag verbrachten sie auf den Spielplatz. Aron hatte seinen Ball mitgenommen und spielte mit seinem Freund Pepe Fußball. Ravi fuhr Runde um Runde, um den Sandkasten und hatte auch seinen Spaß. Daheim angekommen, steckte ein Brief mit grüner Schrift in dem Briefkasten und schaute ein Stück heraus. Aron konnte ihn durch mehrere Sprünge in die Luft erreichen, und bekam ihn zu fassen. „Mama für wen ist der Brief?“, forschte er unsicher nach, bis er ihn sich mehrfach angeschaut hatte. Es stand sein Name und auch Kalle darauf. Weil er diese beiden Namen schon selbst schreiben konnte, erkannte er sie gleich. Mama nahm den Brief entgegen und erklärte es ihm. „Ihr sollt den Brief bitte an Kalle weiterleiten“, steht hier drauf. Kalles Briefkasten ist zu klein, er passt dort nicht rein. In der Wohnung angekommen, legte Aron den Brief gleich vor Kalles Tür und passte auf, dass ihn sein kleiner Bruder an diesem Morgen nicht fortschleppte. Papa Silas ließ für die Kinder ein warmes Bad einlaufen, während Mama Bella in der Zwischenzeit das Abendessen vorbereitete.
Nach dem Abendbrot fielen die beiden fast gleichzeitig in den Schlaf und Mama und Papa gönnten sich einen gemütlichen Abend bei Kerzenschein.
sich ab und an einer Herausforderung zu stellen kann ja auch den Geist beflügeln. Die erste Hälfte ist ja fast geschaft Es macht Spaß und mal sehen was sich noch so hinter einem Türchen entdecken lässt. Kleine Vorfreuden erhöhen den Weihnachtszauber.
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