Ganz zeitig in der Frühe, schlich sich Mama Bella aus dem Bett, verschwand ins Bad und plötzlich war die Küchentür verschlossen. Sie stand doch sonst immer offen. Das wunderte Aron, als er durch seltsame Geräusche aus der Küche wach wurde. Für ihn war es Zeit die Toilette aufzusuchen. Ein kleines Augenblickchen verharrte er an der Küchentür, doch ihm fiel noch rechtzeitig ein zu zögern. „Nein ich darf nicht lauschen“, ermahnte er sich, sonst verliert Kalle seine Zauberkraft.. Dann huschte er zurück in sein Bett und schlummerte vor sich hin bis ihn seine Mama Bella weckte.
Jetzt war kein Halten mehr. Schnell huschte er zu Kalle in die Küche, um ihn zu begrüßen und einen Besuch zu machen. Keine Veränderung war zu sehen, nicht eine Einzige. Aron war enttäuscht.
„Mama, du hat ihn verscheucht!“ schimpfte er. „Du warst zu zeitig in der Küche und das mag Kalle nicht!“ Sein Gesichtsausdruck sprach für sich. Mama hätte ihren Sohn am liebsten ganz fest in den Arm genommen und geknuddelt. Sie wusste, jetzt musste die Situation erst einmal aufgeklärt werden. „Horch mal her Aron“ sprach sie „Ich habe vorsichtig an die Tür geklopft bevor ich in die Küche gegangen bin, und ich hörte ein leises Knacksen. Erst als alles still war, habe ich das Licht angemacht, um den ersten Teig für unser gemeinsames Backen vorzubereiten. Heute geht es doch zu Tante Friede, und wir backen, gemeinsam mit ihren Kindern Plätzchen, wie jedes Jahr. „Oh ja“ voller Freude flammte die Begeisterung in ihm auf und alles war vergessen.
Wortlos half das Kind den Tisch zu decken und plötzlich war ein großes Suchen angesagt. Wo ist das Schokoladenglas. „Gestern habe ich es hier hingestellt“ und Mama Bella zeigte auf den Platz an dem es immer stand. Sie drehte sich suchend in alle Richtungen in der Küche, um es zu erblicken. Dann ahnte sie etwas, sah zu dem kleinen Beistelltisch und dort lag es umgekippt da. Vor lauter Beschäftigung hatte Mama es gar nicht mitbekommen. Sie fing lauthals an zu lachen. „Aron schau mal her“ Der Wichtel hatte genascht und richtig doll gekleckert. Kleine Schokofußtapsen verrieten, dass das nur Kalle gewesen sein konnte. Aron war erleichtert, jetzt doch noch ein Zeichen von Kalle bekommen zu haben. So war es ein Tag voller Freude aufs Backen und der Gewissheit dass Kalle nicht von der Mama verscheucht wurde. Klein Ravi aber war nicht mehr zu halten. Seine kleinen Finger schmierten in der Schokolade herum und er naschte gleich mit. War ja auch einladend genug, und für ihn, ohne Hindernisse, leicht zu erreichen.
Das wäre ja auch wahrlich ein großes Drama geworden, wenn Kalle sich nicht bemerkbar gemacht hätte.
Welch große Freude, Aron war heute ein Mittagskind und dann ging es zu Tante Friede, wo sich auch Tante Ina mit Ihrer Freundin Vera eingefunden hatte. Der Nachmittag verging viel zu schnell. Gemeinsam backten sie viele Plätzchen bei Weihnachtsmusik. Jeder sang mit, so gut er es konnte. Viel wurde gelacht und natürlich auch genascht. Tante Friede las den Kindern zum Abschluss eine Weihnachtsgeschichte vor und Mama Bella und Tante Ina brachten im Nu wieder Ordnung in die Küche, die wie ein Schlachtfeld aussah. Sie lachten, hatten Spaß und große Freude dabei.
Als sie am späten Nachmittag heimkamen, war ein kleiner Zettel in Kalles Briefkasten. Ravi zog ihn unbemerkt heraus und spielte damit. „Mama, was hat Ravi da?“, fragte Aron. Mama Bella nahm den Zettel vorsichtig aus des Kleinen Hand und sagte, „Kalle hat eine Nachricht geschrieben. Hier steht, erwarte Post“, las sie. Dann hob Mama ihre Schulter an und sagte: „Weiß auch nicht was Kalle damit meint. Warten wir einfach die nächsten Tage ab, das klärt sich bestimmt noch auf.“
Kalle bleibt... so viel stand jetzt erst einmal fest. Erleichtert konnte Aron an diesen Tag mit seinem kleinen Bruder zu Bett gehen.
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