Im kleinen Haus am Waldesrand, da weht der Wind kalt übers Land. Der Schnee fällt leis, die Welt ist still, wie wenn sie träumen, schlafen will. Im Zimmer schimmert sanft und klein das Ofenlicht und Kerzenschein. Ein Junge sitzt rot im Gesicht, und hütet treu das helle Licht. „Oma“, fragt er, warum bloß leuchtet es so grenzenlos? Was macht es anders, heut - ’ in dieser Nacht, wo jeder Mensch sie still bewacht?“ Die Alte lächelt mild und sacht: „Mein Kind, es ist die heil’ge Nacht. Dies Licht, das brennt, so warm, so klar, erzählt, wie einst ein Wunder war. Ein Kind kam still zur Welt im Stall, der Himmel strahlte, und – überall war Hoffnung, hell und schön, ein Stern leucht’ über Bethlehem. Maria hielt das Kind ganz fest, im Stroh, da fand es sein Versteck. Kein Gold, kein Glanz, kein feiner Saal, doch Liebe – die war überall. Der Junge schaut, ganz still bewegt, wie sich die Flamme leise regt. „Und Oma“, flüstert er, „glaubst du, das Licht, das brennt nun immerzu?“ „Ja, Jonathan“, „in jedem Herz glimmt solch ein Licht – trotz Kummer, Schmerz. Wenn du es teilst, mit Liebe nährst, das gleiche du an dir erfährst. Und wer im Dunkeln traurig weint, weil ihm das Licht nicht hell mehr scheint, dem gib dein Feuer, warm und – weich so wird sein Herz entfacht sogleich.“ Da nimmt sie leis’ die zweite Kerz' und teilt mit ihm das Flammenherz. Zwei Lichter tanzen, angebrannt als hätten sie sich längst gekannt. „Siehst du, mein Kind“, sagt Oma sacht, „so wird aus Liebe neue Macht. Denn wer sein Licht verschenken kann, der zündet viele Herzen an.“ Jonathan - mit frohem Sinn stellt beide an das Fenster hin, damit auch in des Winters Wehen sie jeder kann von draußen sehen. „Für die, die friern, für die, die wein’n, soll heut mein kleines Lichtchen sein. Für die, die hoffen, zaghaft, leis, für die, die glauben, ohne Preis.“ Die Oma schaut mit grauem Haar, ein Glanz liegt in den Augen, klar. Vielleicht vom Feuer, vielleicht vom Stern, vielleicht, weil die Liebe nicht so fern. Und draußen überm kleinen Haus gehen viele kleine Sterne aus. Doch über allem hoch - da lacht ein großer Stern – in heil’ger Nacht. Denn Liebe, Kind, vergiss es nicht, sie endet nie – sie ist das Licht.
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