Eine wahre Geschichte die im Juli 2023 passiert ist.
Der Geburtstag meines Mannes sollte etwas besonderes werden. Ich wollte ihm eine Reise an die Nordsee schenken. Jedoch hatte ich nicht bedacht, dass in der Zeit die Ferien-Hochsaison ist. Alle Hotels, die ich anschrieb, waren ausgebucht. Was nun. Nach kurzer Überlegung entschied ich mich für den Harz. Es sollte keine lange Anreise mit dem Auto werden. Tja, in was für einen Ort sollte die Reise gehen? Im Internet googelte ich nach dem schönsten Orten im Harz. Meine Wahl fiel auf Wernigerode. Im Romantikhotel direkt am Marktplatz war noch eine Suite frei, die ich sofort buchte. Bei der Ankunft waren wir erstaunt über die vielen Menschen auf dem Marktplatz. Dort war eine große Bühne aufgebaut. Es fand das jährliche „Johannes-Brahms-Chorfestival“ statt. Chöre aus aller Welt waren zu Gast. Es war eine traumhafte Kulisse. Die Chöre gaben ihr bestes.
Am Geburtstag meines Mannes hatte ich für den Abend einen Tisch im Restaurant bestellt. Nach dem Frühstück sind wir mit der kleinen Bimmelbahn hoch zum Schloss Wernigerode gefahren. Von da oben hat man einen wunderschönen Blick auf die Stadt. Sogar der Brocken in der Ferne war deutlich zu erkennen. Es tummelten sich sehr viele Touristen im Park vor dem Schloss. Die Bänke im Schatten der Bäume waren alle besetzt. Es war einfach zu heiß in der Sonne.
Im Schloss war es angenehm kühl. Nach der Besichtigung machten wir noch einen Abstecher in das Café im Schlosshof. Dort genossen wir Kaffee und Kuchen. Wir verließen den Schlosshof und drehten noch eine Runde im Park. Die Bimmelbahn, die im 20-Minuten-Takt fuhr wollten wir nicht verpassen. Als mein Mann und ich durch das große Schlosstor spazierten, kamen drei Leute lachend auf uns zu. Ein Mann und eine Frau in unserem Alter mit einem jüngeren Mann. Im ersten Moment dachte ich, dass sie uns was fragen wollten. Dann aber riefen sie: „Herzlichen Glückwunsch Claus-Walter!“
Mein Mann flüsterte mir zu: „Wer sind die? Woher wissen die, dass ich heute Geburtstag habe?“ Jetzt standen sie vor uns. Die Frau sagte: “Claus-Walter, jetzt musst du raten, wer wir sind.“ Als mein Mann die sächsische Aussprache hörte, fragte er vorsichtig: „Das kann doch nicht sein. Bist du Angela?“ Ich starrte von einem zum anderen.
„Ja Claus-Walter“, sagte der Mann. Da bist du platt!“ Es war seine Cousine mit ihrem Mann und dem Sohn. „Das gibt es doch nicht!, rief mein Mann. „Wir haben uns über 40 Jahre nicht gesehen und gesprochen! Wie habt Ihr uns denn erkannt?“
Sie erzählten, dass mein Schwiegervater (98 Jahre alt) ihnen Fotos von uns per Whatsapp geschickt hatte. Somit wussten sie auch, dass wir in Wernigerode sind. Einen Tag zuvor hatten die drei den 70. Geburtstag von Angelas Mann in Wernigerode gefeiert. Die Familie war aus Sachsen, wo mein Schwiegervater herstammt, angereist. Die Cousine sagte: „Da wir ja wussten, dass Ihr hier seid, haben wir unsere Augen offen gehalten. Dass wir uns hier treffen, ist ja so ein Zufall. Das glaubt uns kein Mensch.“ Wie wahr. Wir haben sie gleich für den Abend zum Essen eingeladen. Der Tisch war ja bestellt. Es wurde ein feuchtfröhliches Beisammensein.
Auch Monate später, können wir es immer noch nicht fassen, dass es solche Zufälle gibt.
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