Auf dem Friedhof stehen stumm, Steine überall herum. Mir gefällt davon ein Stein, ein Name steht dort ganz allein. Geboren und gestorben wann? Vor fünfzig Jahren irgendwann. Keine Blume ziert sein Grab, nirgends steht, woran er starb. Nur das Laub bedeckt die Stelle, ein alter Mann geht auf die Schnelle, grußlos an dem Grab vorbei. Es waren schon der Menschen drei. Und so denke ich bei mir, einsam ist der Tote hier. Niemand hat ihn wohl vermisst, als er hierher gekommen ist. Auch ich werde jetzt gehen, ich will kein Grab mehr sehen. Doch als ich gehen wollte, mich etwas halten sollte. Es war, als sprach der Wind zu mir, bleib doch bitte etwas hier.
Diesen Besuch könnte ich begleiten, lieber Bernd, denn wie schon erwähnt, ich streife gerne über Friedhöfe. Gedanken, wie du sie aufgeschrieben hast, so, oder ähnlich, gehen einem durch den Kopf. Ich lese auch gerne die alten Grabsteine, irgendwie haben etliche etwas zu sagen. Ich war einmal auf dem alten Friedhof in Dodge City im Staate Kansas/USA - dort die Grabsteine zu lesen war hochinteressant. Da stand dann z.B.: "er wurde erschossen, oder erhängt, er starb einen normalen Tod, er kam in der Wildnis um" ... usw. jeweils mit den Daten dazu. War wie Geschichten lesen.
Dein Gedicht gefällt mir sehr, es sagt auch viel über den Schreibenden aus.
Es macht mich immer traurig, wenn ich verwahrloste Gräber sehe. Doch ist es oft so, dass niemand mehr da ist, der die Pflege übernehmen kann. Ja, die Gräber können Geschichten erzählen. Ich selbst will kein Grab hinterlassen.
so gibst du diesem Menschen doch noch Würde und Anerkennung, alleine dadurch, dass du sein Grab besuchst. Ich habe vor Jahren auch schon Gräber gesäubert und von Unkraut befreit, weil ich nicht mit ansehen konnte, wie verwahrlost sie sind.
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