Es ist schon lange Zeit her, als ich ihn kennenlernte, genau gesagt 58 Jahre. Wir wohnten damals in Münster, er war das Oberhaupt einer fünfköpfigen Familie und sein Beruf war Studentenpfarrer.
Was ich so liebte: in diesem Haushalt mit den 5 Kindern war immer was los, ich hatte Spaß, mit diesem "Haufen" zusammen zu sein. Eines der Kinder ist bis heute einer meiner besten Freunde - auch wenn er viele 1000 km von mir entfernt wohnt.
Schön, dass der Vater sein 91. Lebensjahr noch erlebte. Doch von Jahr zu Jahr spürte er und man konnte dies beobachten, wie er schwächer wurde ... halt der Lauf der Zeit.
Wenige Wochen vor seinem Tod bereitete er gemeinsam mit seiner Familie und der amtierenden Pfarrerin seinen eigenen Totengottesdienst vor. Ich durfte in der Petri-Kirche dabei sein. Es war ein sehr schöner Gottesdienst, der mir lange in Erinnerung bleiben wird.
Im Gottesdienst erinnerte die Pfarrerin an eines der letzten Gespräche mit dem Sterbenden:
Sie: Was erwartest Du, wenn Du tot bist?
Er: Ich erhoffe mir doch, dass mich dann unser Herrgott an die Hand nimmt und gemeinsam mit mir eine Reise durch das Weltall startet, um mir all dieses zu erklären.
Sie: Das klingt aber so gar nicht christlich.
Er soll sie daraufhin angeschmunzelt und geantwortet haben:
Das sollte doch nur ein Beispiel sein. Woher soll ich denn jetzt schon wissen, was niemand auf der Welt weiß. Lassen wir uns doch einfach überraschen, was der Herrgott mit jedem von uns vor hat ...
eine sehr gut geschriebene Geschichte, der Herr Pfarrer hat ganz recht, ich denke auch so, denn es weiss wirklich niemand, was uns im Jenseits erwartet, erwarten wird. Es ist noch keiner jemals zurückgekommen und zu berichten. Also warte ich und lasse mich überraschen, wenn es einmal soweit ist.
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