Ich habe an den Geschäftsführer der Werbegemeinschaft einen Brief geschrieben und ihm meine Einschätzung über den Weihnachtsmarkt mitzuteilen. Diese Zusammenfassung ist auch für Euch ein gutes Informationsblatt.
Sie werden bestimmt im Kreis der Werbegemeinschaft eine Weihnachtsmarktnachbetrachtung durchführen. Wie bei jedem Projekt gibt es positive und negative Aspekte. Hilfreich könnte auch meine Analyse sein, da der Garten der Poesie erstmalig auf dem Weihnachtsmarkt vertreten war. Absprachegemäß haben wir unsere Veranstaltungen auf der Bühne im vollen Umfang durchgeführt. Uns war in der Vorplanung schon bewusst, dass Lesungen auf dem Weihnachtsmarkt ein neues aber auch ein schwieriges Kapitel darstellen würde. Positive Erfahrungswerte gab es aus einer hessischen Kleinstadt. Dort wurde allerdings zusätzlich ein eigenes Kindertheaterstück erfolgreich aufgeführt. Wir haben stattdessen zu einem Kinder Schreib und Malwettbewerb aufgerufen. 15 Schulen hatte ich angeschrieben. Leider war die Resonanz gleich null! Des weiteren war angedacht, das ich die Marktpräsenz mit einem Kollegen teile, der aber kurz vor dem Start ins Krankenhaus eingeliefert wurde und schließlich starb. Die Dauerpräsenz übernahm ich, in den ersten zwei Wochen mit grippalen Begleiterscheinungen. Die Kernöffnungszeiten hielt ich korrekt ein. Etwas improvisieren musste ich mit meinen Helfern schon, weil der Tod unseres Kollegen die Planung erheblich beeinflusste. Eine wesentliche Überlegung war, ob wir Getränke verkaufen sollten oder nicht. Wir hatten uns entschlossen, den Getränkeverkauf anderen zu überlassen, die mehr Erfahrung diesbezüglich besaßen. Man hätte sich trotz Getränke nicht wirklich mit der Literatur beschäftigt. Für den neutralen Betrachter musste es deprimierend gewirkt haben, wenn alle Stände abends gut gefüllt waren und nur unser Stand keinen Besucher auswies. Diese Annahme ist nicht richtig. Zu uns kamen Menschen, die an der Literatur interessiert waren, Informationen über unser Forum einholten und sich auch bei uns engagieren wollten, weil sie selbst Autoren waren. Es gab sehr viele Menschen, die es gut fanden, das wir mit diesem Thema dem Weihnachtsmarkt etwas mehr Farbe gegeben haben. Es gab aber auch Stimmen, die meinten, unser Stand gehöre nicht auf den Weihnachtsmarkt, denn dort würde getrunken, gegessen, geredet und nicht gelesen! Einige unserer Kurzlesungen um 17.00 Uhr fielen wetterbedingt regelrecht ins Wasser. Allgemein war die Zuhörerschaft bei dieser Lesezeit sehr gering, kaum wahrnehmbar! Wir hätten uns auch gefreut, wenn wir vonseiten der Offiziellen den einen oder anderen Zuhörer gehabt hätten, denn wo zwei Mann stehen, gesellen sich meistens weitere dazu. An dieser Stelle möchte ich mich bei Herrn Freytag bedanken, der immer freundlich und hilfsbereit uns unterstützt hat! Der Poetenwettstreit am ersten Sonntag war erfolgreich. Wir hatten trockenes Wetter, eine gute Zuhörerschar. Die Presse war zugegen und es haben über 30 Menschen im Publikum abgestimmt! Eine Woche später reisten unsere beiden Autorinnen aus Hamburg und Luckenbach an und wir konnten nicht an die guten Ergebnisse des Poetenwettstreits anknüpfen. Unser eigener Veranstaltungsflyer kam leider etwas zu spät, sodass wir sie nicht in der Kaufmannschaft verteilen konnten, sondern sie mit warmen Worten am Stand herausgeben mussten. Zur Standortfrage muss ich Folgendes sagen: Ich war von der Hütte gegenüber der Bühne sehr überzeugt, musste aber dieser Überzeugung Tribut zollen. Bei den attraktiven Veranstaltungen, Panflöte, Heiner, Glückssternverlosung, Gesangverein standen die Menschen so eng zusammen und mit dem Rücken an unserer Hütte, das ich ohne Weiteres hätte zumachen können, denn kein Interessierter hätte den Weg mehr zu uns gefunden. Die attraktiven Stände wie SUS Lage mir gegenüber und Liederheim links neben mir zogen die Menschen in Scharen an. Wäre unsere Hütte in der Reihe eingegliedert gewesen, hätten wir vielleicht mit etwas mehr Resonanz rechnen können. Diese Erfahrungen allerdings erzielt man in der Praxis und soll auch nicht als Kritik aufgefasst werden. Der Buchverkauf war nicht der Rede wert und sonstige Einnahmen erzielten wir nicht. Wichtig für uns war die Erhöhung des Bekanntheitsgrades und dies ist uns auch gelungen. Unsere Heimat ist in Lage-Hörste das Haus des Gastes. Einige Besucher kannten uns aus Hörste. Durch unsere Lagenser Präsenz hoffen wir auf eine nachhaltige Wirkung. Man versprach, uns bei den Sommerveranstaltungen in Hörste zu besuchen.
Fazit: Hätten wir unsere Vorplanung 1:1 umsetzen können, wären wir noch präsenter und attraktiver gewesen. Somit bereue ich die Weihnachtsmarktteilnahme nicht, weil wir nun auch in der Stadt Lage unser Forum zu einem höheren Bekanntheitsgrad führen konnten. Auch die Presse hat uns gut unterstützt!
Vielleicht interessiert es Sie, wenn ich noch etwas zur Triptychon-Verlosung schreiben darf. Ich stand mit meinem Hausarzt und einigen Bekannten direkt vor unserer Hütte mit Blick auf die Bühne. Das Triptychon ist eine Superleistung der Verantwortlichen und ein echtes Kunstwerk. Ich hörte auch um mich herum die Stimmen, die eine öffentliche Versteigerung kritisierten. Es fielen Sätze wie: „ich werde doch nicht öffentlich bekunden das mir 500 € locker sitzen.“ Dieser Grundtenor hatte auch eine tiefenpsychologische Wirkung. Man will sich nicht outen, gegenüber seiner Familie, den Nachbarn, den Freunden usw. Daher sehe ich auch eine Versteigerung im Sommer sehr kritisch. Wenn man das Triptychon in einem öffentlichen Raum präsentieren würde, kann das Publikum seine Angebote per Karte abgeben. Das aktuelle Angebot könnte täglich im Schaufenster bekannt gegeben werden. Den Zeitraum könnte man auf vier Wochen festlegen. Ich denke das wäre ein guter Weg gewesen.
Hiermit wollte ich Ihnen meine Weihnachtsmarktanalyse kurz mitteilen. Vielleicht ist es hilfreich für weitere oder ähnliche Planungen.
Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie einen guten Rutsch in das neue Jahr und viel Erfolg für 2012,
mit grossem Interesse gelesen und zur Kenntnis genommen Eine tolle Analyse, aus der die hoffentlich etwas machen werden, falls es ihnen daran liegt, dass der Garten vielleicht auch nächstes Jahr, als Bereicherung/Neuheit teilnimmt. Frage, war die Bühne nicht gedeckt? Das wäre natürlich schlecht, da es um die Jahreszeit vom Wetter her gar nicht passt für Freiluft. Wir haben das mit der Musik zweimal so gemacht, natürlich auch alle Kinder und sonstige Musikgruppen. Seit ich mal bei strömendem Regen, so dirigieren musste, war mein Wutausbruch, das sei eine Zumutung, so effektiv, dass man dafür jetzt ein kleines Partyzelt zur Verfügung hat. Ringsherum offen, aber wenigstens gedeckt.
Ich fand Euren Einsatz für diesen Weihnachtsmarkt und zum Wohle unseres Forums bemerkenswert, in Anbetracht dessen, was es letztendlich alle Helfer gekostet hat
An dieser Stelle möchte ich dem Weihnachtsmarktteam noch einmal meinen grossen Dank aussprechen
Hallo, mein lieber Bernd, ein wirklich aufschlußreicher und ausführlicher Bericht über den Ablauf des Lagenser Weihnachtsmarktes. Der Garten der Poesie war vertreten, auch wenn das Getränk, im nachhinein das "Zuschütten" vor der Literatur stand. Diverse Aktionen, vorwiegend von anderen Veranstaltern wie etwa die Musikschule, mußten aus Wettergründen abgesagt werden, die Bühne war zwar überdacht, aber die "Front" bekam den Schlagregen. Ich bedanke mich bei Dir, mein Freund und allen, die den Garten der Poesie hier vor Ort unterstützt und => bekannter <= gemacht haben durch ihren ständigen Einsatz. Danke !
Eine gute Nachbetrachtung des Weihnachtsmarktes hast du der Werbegemeinschaft zukommen lassen, Bernd.
Es war wirklich schade dass sich die Zuhörerzahl so in Grenzen hielt, was ich ja feststellen konnte als ich am 10.12. dort war. Für die Weihnachtsmarktbesucher war das Kreativhäuschen des *Gartens* zuerst wohl so etwas wie *Neuland*, und wurde evtl. von daher nicht so stark frequentiert. Aber wer weiß, vielleicht betreten sie dieses Neuland beim nächsten Mal eher, falls ein nächstes Mal in Erwägung gezogen wird.
Meines Erachtens ist der 4-wöchige Zeitraum für einen Weihnachtsmarkt zu lang, trotz der verschiedenen durchaus attraktiven Verantaltungsangebote.
Poesie ist ein Atemzug, der alle Tränen trocknet. Poesie ist der Geist, der in der Seele wohnt, der vom Herzen genährt wird und dessen Wein die Zuneigung ist.