Autor: Peter Pitsch Genre: Roman Erscheinungsjahr: August 2009 Gestaltung: Taschenbuch 154 Seiten ISBN: 978-3-939948-25-4
Über das Buch: Regeln, Normen, Zwänge, der ganz alltägliche Wahnsinn, wie wir ihn kennen - wer kann sich diesen lähmenden Kräften entziehen? Ins Ungewisse: Wäre es nach seinen unbeirrbaren Eltern gegangen, so hätte Walter als Fußballprofi den väterlichen Traum vollenden sollen, oder wenigstens einen ehrbaren Beruf ergreifen müssen! Doch etwas geht schief, etwas in seinem Innern, der scheuen Seele eines Heranwachsenden, sträubt sich stur gegen das vorhersehbare Geschick. Kaum achtzehn, beginnt seine wagemutige Odyssee quer durch Europa - alle Sicherheiten in den Wind schlagend, wendet er dem bürgerlichen Dasein endgültig den Rücken. Indes: ihm scheint die Fahrt auf der Gewinnerstraße lange Zeit verwehrt zu bleiben; erst als er Jahre später einen Punkt in seinem Leben erreicht, an dem keine Flucht nach vorn mehr möglich ist, wird ihm die Notwendigkeit einer echten Ambition bewusst. Mit einer überragenden sprachlichen Brillianz erzählt Pitsch die Geschichte von Walter, dem Einzelgänger, die er nur allzu gut kennt - die temporeiche Suche nach einem tieferen Sinn beginnt mit einem doppeldeutigem Wort: Anschnallen!
Über den Autor: Peter Pitsch, 1963 in Herford geboren, zieht nach dem Realschulabschluss, einer unvollendeten Lehre und diversen Tätigkeiten nach Westberlin. Ende ´82 begibt er sich in die Niederlande, jobbt für eine Amsterdamer Modelagentur, gerät in den Sumpf der Drogenszene und wird schließlich wegen Drogenschmuggels inhaftiert. Aus dem Gefängnis entlassen, zunächst wohnhaft in Bielefeld, findet er Arbeit in einer Schlosserei und beginnt nebenbei Gedichte und Kurzgeschichten zu verfassen. Mitte der Achtziger lässt er sich gemeinsam mit seiner italienischen Freundin in Rom nieder und sammelt unterschiedliche Erfahrungen als Film- und Theaterschauspieler. Eine Vielzahl beruflicher Reisen - u. a. eine ausgedehnte Theatertournee - führen ihn in alle Gegenden des italienischen Festlandes sowie auf die Inseln Sizilien und Sardinien. 1989 lernt er seine spätere Frau kennen, zieht mit der gebürtigen Dänin nach Skandinavien und verbringt die Neunziger Jahre in Kopenhagen, wo seine Aufmerksamkeit vorwiegend der Schriftstellerei gilt. Unter widrigen Umständen erscheint ´93 sein Lyrikband ´Über der Welt´. Zwei Jahre später veröffentlicht der Verlag für Gegenrealismus unter dem Titel ´Der Abtrünnige´ eine 33teilige Parabel, deren Vertrieb mit dem Tod des Verlegers Günther Dienelt eingestellt wird. Es folgt eine weitere Publikation in Form eines Kinderbuches, des Weiteren Gedichte und Kurzgeschichten, die in verschiedenen Zeitschriften und Anthologien erscheinen. Nach der Jahrtausendwende wohnt er in der Stadt Nykøbing auf der Insel Falster, widmet sich seither neben der literarischen Arbeit der Renovation alter Häuser. 2008 gibt der deutsche Verlag Tordenfjord seine satirische Erzählung ´Das Kuckucksei-Syndrom´ heraus. Wenig später publiziert der Verlag Wortgewaltig seinen modernen Gedichtband ´Übelungen´, in dem er die Summe der bisherigen Eindrücke und Erfahrungen aus seinem Leben Revue passieren lässt. Weitere Informationen finden Sie auch auf der Webseite des Autors: http://www.peter-pitsch-schriftsteller.com
Ein Buch, das den Zeitgeist wie den Nagel auf den Kopf trifft: Der Protagonist stellt sich so dar, wie so viele es heutzutage tun: Als jemand der so perfekt angepasst ist an die heutige Gesellschaft, weil er so gerne immer wieder zeigt und demonstriert, dass er ja so ganz anders ist als die Anderen.
Das Buch ist teilweise in einer schnodderig nachlässigen Sprache geschrieben, die von absolut ehrlicher harter Arbeit zeugt und dann – wenn zum Beispiel eine Szene aus Verdis Oper „La Traviata“ beschrieben wird – bewunderungswürdig Detaille verliebt.
Ein Buch, das vielleicht nicht allen gefallen, das aber fast alle sicherlich zumindest faszinieren wird! Egal, ob man da wie Oscar Wilde, einen Unterschied zwischen „faszinieren“ und „gefallen“ macht, oder nicht.
Leonie Lucas
******************************************* Wer glaubt etwas zu sein, hat aufgehört etwas zu werden